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Aktuelles aus Guatemala

November 2020

Nachdem der Tropensturm „Eta“ vergangene Woche über Honduras, Nicaragua und Guatemala
gewütet und schwere Schäden angerichtet hat, steht bereits der nächste Hurrikan namens „Iota“
vor den Türen des karibischen Küstengebiets. Während draussen Unwetter toben, versammeln
sich Vertreter des Bildungsministeriums und Schuldirektoren, um Beschlüsse für das bevorste-
hende Bildungsjahr zu fassen. Voraussichtlich wird es rund 1.5 Millionen Schüler*innen im 2021
aufgrund unzureichender Hygiene-Infrastruktur in den öffentlich Schulen nicht möglich sein,
einen Hybrid-Unterricht zu besuchen. Davon betroffen sind insbesondere rund 10 Mio. Schulen
in den ländlichen Gebieten. Es wird über Schenkung von Computern/Laptops und Gratis-Internet-
zugängen disktuiert, um den virtuellen Klassenunterricht in den betroffenen Schluen zu stärken.

Dank der erhöhten Lage Xelas (bei rund 2300 Meter über Meer) wurden unsere Projektfamilien von
den Unwettern des Hurrikans „Eta“ weitgehend verschont. Einzig zu beklagen sind für die aktuelle
Jahreszeit unübliche Kälte, Wind und Regen.

Einige unserer Projektkinder und Jugendliche befinden sich noch mitten im Endspurt und kämpfen
um die Wiedererlangung nicht-bestandener Kurse. Andere reichen uns bereits ihre Abschluss-
Qualifikationen ein, auf welche allerdings wenig Verlass ist. Denn das Bestehen des Schuljahres
variert von Schule zu Schule, von Lehrer zu Lehrer und hängt nicht unbedingt von den real erbrachten
Leistungen der Schüler*innen ab.

Einige Schulen, resp. Lehrer*innen hielten sich an das vom Bildungsministerium vorgeschriebene
Unterrichtsssystem, bei dem sogenannte „Guias de Trabajo“, staatlich herausgegebene Lehrmittel
in den Fächern Mathe und Spanisch, an die Schüler*innen ausgehändigt wurden. Die ca. 100-seitigen
autodidaktischen Lehrmittel haben das selbständige Lösen der Aufgaben zum Ziel. Die Schwierigkeit
darin liegt, dass bisher nie auf selbständiges Lernen gesetzt wurde, folglich sind die meisten Schüler*innen
damit überfordert, was dazu führt, dass in den meisten Fällen einfach irgendwas hingeschrieben wird.
Meistens reicht dies sogar aus das Schuljahr zu bestehen. Bei anderen geht es einfach darum, das
Lehrmittel zu kopieren, resp. abzuschreiben. Lediglich ein paar wenige Lehrer*innen nehmen ihre Aufgabe
ernst und besuchen ihre Schüler*innen entweder zu Hause oder organsieren Kleingruppenunterricht im Freien.

Alles in Allem hinterlässt das Jahr 2020 auch diesbezüglich einen ziemlich unbefriedigenden
Nachgeschmack, wenn es darum geht Bilanz zu ziehen. Hinzukommt, dass bisweilen immernoch unklar
ist, wie sich die Schulen organisieren werden und welche Bedeutung dies für unsere Projektaktivitäten
haben wird. Trotzdem versuchen wir weiterhin am Ball zu bleiben und das Beste aus der Situation zu machen.

Jasmin Egli

Co-Projektleiterin

Für weitere Informationen zum allgemeinen Stand der Situation in Guatemala konsultieren
Sie: www.guatemalanetz-zuerich.ch/info_bulletin.html

 

Landwirtschaftsprojekt Las Luchadores

Pilzkultivierung
WEs wurden weitere drei Kilo geerntet, total konnte bis jetzt etwa 8Kg der Pilze verkauft werden. Der Kilopreis
beträgt 7 Quetzales, was für Guatemala schon sehr beträchtlich ist. Es werden weiterhin Austernpilze angesetzt.

Ziegenprojekt
Leider wurde keine der drei Ziegen, trotz ihres guten Gesundheitzustandes trächtig

Hühner
Mitte Oktober wurden von unserem guatemaltekischen Sponsor Lucas Diaz 500 Hühner und 60 Zentner
Kraftfutter geliefert. 50 Hühner wurden 10 neuen Familien von Niños en Xela für ihre Subsistenzversorgung
geschenkt. Die restlichen 450 Hühner bezogen den Hühnerstall in der Emboscada. Die Frauen von „Las
Luchadoras“ wurden in zwei Zusammenkünften von unserer Sozialarbeiterin und unserem Agronomen nochmals
gecoacht. Die Frauen lernten sich selber zu organisieren,  die Haltung der Hühner und den Verkauf der Eier
voranzutreiben. Nach etwa drei Wochen wurden die ersten Eier gelegt und der Verkauf konnte beginnen.

Vermikompost
Es wurde nochmals Gemüse angepflanzt und mit Stolz wird jetzt der eigens hergestellte Biodünger benutzt.
Es wurden 100 Kopfsalate, 100 Selleries und 100 Spinatsetzlinge gepflanzt. Der Biodünger wird auch in den
Hausgärten der Familien benutzt.

Gemüsekultur
Das Gemüse im Projektgarten in Quetzaltenango wurde den Familien verteilt. Ab der nächsten Pflanzungsperiode
werden die Familien, die kein eigenes Land haben, von unserem Agronomen angeleitet. Sie bekommen im
Projektgarten ein Stück Boden, um ihr eigenes Gemüse zu pflanzen.

 

Magdalena Cortez und Enrique Gutierrez