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Aktuelles aus Guatemala

Januar 2021

Seit Jahresbeginn sorgt besonders die Massenmigration der honduranischen Flüchtlinge für
Schlagzeilen. Sie erhoffen sich nun mit dem Amtsantritt des neugewählten US-Präsidenten
Joe Biden und den von ihm angekündigten Beschleunigung der Asylverfahren eine vereinfachte
Migration in die USA. Seitdem Guatemala im Juli 2019 als „sicherer Drittstaat“ für Flüchtende aus
anderen zentralamerikanischen Ländern ausgewiesen wurde, kämpft das Land immer wieder mit
Flüchtlingskarawanen aus Honduras. Die wirtschaftliche Situation in Honduras, die Corona-Pandemie,
die zahlreichen Wirbelstürme sowie die anhaltende Gewalt treibt Menschen in die Flucht mit der
Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA. Im Januar versuchte die guatemaltekische Regierung
mit massivem Polizeiaufgebot und Einsatz von Tränengras die Durchreise der Karawanen zu
verhindern, unter anderem auch mit der Begründung, dass von den Flüchtenden eine Gefahr in
Bezug auf die Pandemie ausgehe.

Die Lage diesbezüglich bleibt unverändert, das vier farbige Ampelsystem teilt alle Gemeinden im
Land individuell auf Basis der lokalen Infektionszahlen ein. Die Ampel für die Stadt Quetzaltenango
(Xela) in welcher wir von Ninos en Xela etwa die Hälfte unserer Projektfamilien haben, steht auf Orange.
Das öffentliche Leben findet grösstenteils normal statt, wobei mit vereinzelten Einschränkungen wie
beispielsweise beschränkte Anzahl Passagiere pro Bus, Maskenpflicht im öffentlichen Raum und
verkürzten Öffnungszeiten für Supermärkte, Bars und Restaurants bis 21:00 Uhr gerechnet werden muss.

Bei NEX gibt es allerdings tatsächlich so einiges Neues: Magdalena Cortéz hat das Projekt per Ende 2020
verlassen. Wir bedanken uns für ihren Einsatz und wünschen ihr weiterhin alles Gute! Seit anfangs Jahr
haben wir ein neues Teammitglied, Gabriela Elías, sie ist diplomierte Krankenschwester und ist für den
Bereich Gesundheit und Prävention verantwortlich. Herzlich Willkommen, Gabriela!

Seit dem 11.Januar haben wir unsere Türen geöffnet, doch kommen im Vergleich zu den Vorjahren kaum
und nur vereinzelte Projektkinder, um gegen Einreichung des letztjährigen Schulzeugnisses die
Schulmaterialen fürs laufende Jahr zu erhalten. Dies hat unterschiedliche Gründe.

Während in den letzten Jahren das guatemaltekische Schuljahr von Mitte Januar – Mitte Oktober gedauert
hat, waren einige Schulen letztes Jahr bis Ende Dezember geöffnet und bleiben deshalb bis Mitte Februar
geschlossen. Nur vereinzelte Institute auf Sekundar- und Mittelstufe haben ihre Unterrichtsaktivitäten wieder
aufgenommen und erteilen entweder virtuellen Unterricht oder in der Emboscada sogar Präsenzunterricht
während drei Halbtagen. Die anderen zwei Tage sind für selbständiges Erledigen von Hausaufgaben vorgesehen.
Die Primarschulen öffnen ihre Türen ab dem 15. Februar für Schuleinschreibungen und beginnen eine Woche
später mit dem Unterricht. Doch die Unterrichts-Modalität variiert von Schule zu Schule und von den meisten
wissen wir noch nicht, wie es weitergeht.

Für uns ist allerdings klar, dass wir unsere Nachhilfe-Zentren in Xela und La Emboscada täglich öffnen, um so
vorerst sicherzustellen, dass vor allem die Projektkinder auf der Primarstufe vom Angebot der Hausaufgabenhilfe
profitieren können. Denn selbständiges Arbeiten, resp. Lernen wurde in Guatemala bisher nicht gefördert, weshalb
es daher auch nicht überraschend ist, dass die Kinder damit total überfordert sind und ihnen die Lust auf Schule
vergeht.

Wir sind gespannt wie sich die Lage weiter entwickeln wird und sind bereit die Situation als Impuls für innovative
Veränderungen innerhalb der NEX-Strukturen zu nutzen.

Jasmin Egli

Projektleiterin

Für weitere Informationen zum allgemeinen Stand der Situation in Guatemala konsultieren
Sie: www.guatemalanetz-zuerich.ch/info_bulletin.html

Landwirtschaftsprojekt Las Luchadores

Pilzkultivierung
Wir konnten im Monat Januar 2021 noch etwas Austernpilze ernten. Die Kälte und die Trockenheit liess es
nicht zu. Wir werden Mitte Februar im Nebenraum des Büros in der Emboscada mit dem Ansetzen der Pilze
wiederum beginnen.

Ziegenprojekt
Eine Ziege hatte im Dezember einen Abort von zwei Zicklein. Die vier erwachsenen Ziegen befinden sich
jedoch in einem gesunden Zustand.

Hühner
Die Hühnerzucht funktioniert recht gut während des Dezembers. Es wurden 45 Hühner krank und 7 Hühner
starben. Wir haben jetzt ein automatisches Wassergeschirr und so hat es weniger Feuchtigkeit. Die Hühner
bekamen die nötigen Medikamente und so geht es allen besser. Die Produktion funktioniert sehr gut, wir haben
etwa 315 Eier pro Tag. Die Frauen sind jetzt in der täglichen Arbeit gut eingespielt. Die Prozesse wurden
strukturiert, und diese wurden zwischen den Frauen aufgeteilt.

Vermikompost
Die Anzahl der Würmer wird immer mehr. Bis jetzt hatten wir noch keine Probleme mit diesen Würmern. Der Rest
der Pilze hilft die Würmer zu ernähren und die Reste vom Maiskolben helfen ihnen, sich vor der Kälte zu schützen.

Gemüsekultur
In der Emboscada: Auch hier mussten wir wegen dem Klima einen Unterbruch machen. Wir werden den Boden
im März vorbereiten und im April anpflanzen.

In Xela: Im Projektgarten haben wir noch drei angepflanzte Beete mit Rüben und Zwiebeln. Diese werden wir Ende
Januar ernten.

 

Enrique Gutierrez