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Aktuelles aus Guatemala

Juni 2020

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigen das alltägliche Leben vieler
Guatemalteken, besonders betroffen ist der informelle Sektor, in welchem die
Mehrheit der Bevölkerung tätig ist. Die drastischen Einschränkungen des öffentlichen
Lebens, das von ständig wechselnden Anordnungen der Regierung geprägt ist,
erschweren zudem die Planung in der Krisensituation. Nachdem Mitte Mai die
Infizierten-Zahl von 30 auf 140 pro Tag gestiegen war, schloss Giammattei kurzerhand
das ganze Land und verordnete während den letzten zwei Wochenenden im Mai sogar
die totale Ausgangssperre. Mittlerweile hat er die Massnahmen wieder gelockert und
die lokalen Märkte und Supermärkte haben wieder täglich geöffnet, Ausgangssperre
gilt ab 18:00 Uhr. Hinzukamen anfangs Juni heftige Regenfälle und mehrwöchige
Tropenstürme, die im ganzen Land zu Überflutungen führten.

Seit der dritten Auslieferung der Nahrungsmittelpakete an unsere Projektfamilien Mitte Mai
stehen wir besonders mit den fünf am meisten betroffenen Familien in Kontakt. Die Mehrheit
der anderen Familien hat sich von den ersten Strapazen erholt, einige sind bereits zurück zur
Arbeit gekehrt oder halten sich mittels eigenem Vorrat oder ersten Ernten über Wasser.

Für diejenigen Familien, die keinen Hinter-, Innenhof oder Garten besitzen, hat das NEXTeam
im Mai eine mehrtägige Ernte- und Anpflanzaktion gestartet. Von den vorgängig im
April gepflanzten Bohnen, Radiesschen und Koriander war die Ernte nur bei den beiden
letzteren erfolglreich. Die Bohnen blieben aus, das es sich womöglich um ältere Sämchen
handelte, meint Enrique unser Agronom. Dafür waren die Radiesschen umso fülliger, worüber
sich die fünf in Xela wohnenden Familien freuten. In der zweiten Anpflanzaktion hat das Team nun
nochmals Radiesschen, Koriander, Bohnen (neue), Tomaten, Peperoni und Jalapeño
angepflanzt. Die Ernte soll in sechs bis acht Wochen stattfinden, der Beginn der Regenzeit
unterstützt das Wachstum zusätzlich und ist somit, trotz Überschwemmungen etc. nicht nur
Fluch, sondern vor allem auch Segen.

Jasmin Egli
Co-Projektleiterin Ninos en Xela

Für weitere Informationen zum allgemeinen Stand der Situation in Guatemala konsultieren
Sie: www.guatemalanetz-zuerich.ch/info_bulletin.html

Landwirtschaftsprojekt Las Luchadores

Trotz der Coronazeit setzte Enrique, unser Agronom mit sieben Frauen, 5 Kilogramm des
Basismateriales des Maises an. Es wurden schlussendlich 20 Säcke mit den enkernten
Maiskolben aufgehängt und diese müssen hygienisch einwandfrei überwacht werden.

Die Ziegenzucht vergrössert sich langsam, trotzdem ist leider aus unklaren Gründen
eine Ziege verkauft worden. Wir konnten jetzt  auch mit dem Milchverkauf beginnen.

Das Anpflanzen von einem gemieteten Stück Land in der Emboscada wurde anfangs
Mai gestaffelt gemacht, damit man zu verschiedenen Zeiten ernten kann. Es wurden
schwarze Bohnen, Zwiebeln, Radieschen und Maggikraut angepflanzt. Das Stück Land
muss immer wieder gejätet werden.

Leider ist der Durchlass von der Hauptstadt Guatemalacity ins Hochland wegen der
Coronakrise gesperrt. Die Hühner fürs Grosshühnerprojekt wurden dadurch noch
nicht geliefert und der fertige Hühnerstall wartet auf seine Bewohner.

Die Familien in San Miguel Siguila haben letzten Februar zusammen mit den Studenten
der Uni St.Gallen Kisten für die Vermikompostierung gebaut. Dieser gesammelte
Biodünger wird für den Eigenverbrauch des Hausgartens jeder Familie verwendet.
Diese Idee wurde erstmals in das Dorf gebracht und wir hoffen fest, dass diese
nachhaltige Idee weitergetragen wird.

Enrique Gutierrez und Magdalena Cortez