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Aktuelles aus Guatemala

Februar 2021

Nach langem Warten gab es anfangs Februar endlich eine offizielle Meldung seitens des
Bildungsministerium in Bezug auf Schulbeginn und Unterrichts-Modalität. Ab Mitte Februar
sollen alle öffentlichen Schulen ihre Türen für Einschreibungen und Anmeldungen öffnen, bevor
am 22. Februar offiziell die Schule beginnt. Der Grund für die diesjährige Verzögerung des Schulbeginns
sei auf das Herrichten Corona-tauglicher Schulen zurückzuführen, insbesondere durch das auf
Vordermann bringen der sanitären Anlagen. Finanziert wurde das Ganze durch einen Bildungskredit
von umgerechnet rund 80 Mio. CHF, wovon die andere Hälfte für die Abgabe von Lebensmittelpaketen,
Schulmaterialien und Herausgabe autodidaktischer Lehrmittel sowie zusätzliches Personal für
Vorschule und Kindergarten eingesetzt wurde. Die Unterrichtsmodalität variiert von Schule zu Schule
und ist abhängig von der jeweiligen Farbe gemäss Corona-Ampelsystem.

Die Ampeln für die Stadt Quetzaltenango inklusive seiner Vororte, in denen die meisten unserer Projekt-
Familien leben, standen Mitte Februar auf Orange, was eine hybride Unterrichtsform zulässt. Dasselbe gilt
für die Gemeinde La Emboscada, in welcher NEX einweiteres Nachhilfe-Zentrum stationiert hat. Die hybride
Unterrichtsform besteht zu gleichenTeilen aus virtuellem Unterricht, etwa via WhatsApp, Google Meet und
Zoom, und Präsenzunterricht. Die meisten Schulen auf der Sekundar- und Mittelschulstufe haben einfachheitshalber
entschieden, weiterhin nur virtuell Unterricht zu erteilen, was einigermassen gut funktioniert. Die Mehrheit
der Jugendlichen besitzen ein Smartphone und haben dank NEX nun auch Internetzugang, der es ihnen
ermöglicht, am virtuellen Unterrichtteilzunehmen. Die Primarschulen organisieren sich etwas anders. Im besten
Fall erteilen sie während drei festgelegten Tagen pro Woche Präsenzunterricht und erteilen den Kindern für die
restlichen zwei Tage Hausaufgaben. Einige Primarschulen setzen ebenfalls weiterhin nur virtuellen Unterricht,
was allerdings dazu führt, dass die Kinder einerseits auf das Smartphone ihrer Eltern und andererseits auf deren
Lese- und Schreibkompetenz angewiesen sind. In den wenigsten Fällen kann mit Letzterem gerechnet werden.
Dies gilt natürlich auch für das Erledigen der Hausaufgaben; kurz: die meisten Kinder erhalten Zuhause unzureichende
Unterstützung und sind entsprechend schwer fürs Lernen und Erledigen der Hausaufgabenzu motivieren. Um vor
allem diese Kinder möglichst alle aufzufangen, haben wir deshalb entschieden, die Türen bei der Nachhilfen-Zentren
in Xela und La Emboscada während der ganzen Woche zu öffnen. Jedes Kind hat einen fix zugeteilten Tag, an dem
es von einem unserer NEX-Lehrpersonen die nötige Unterstützung beim Erledigen der Hausaufgaben erhält. In Xela
erhalten die Kinder zudem eine ausgewogene Mahlzeit (Mittagessen) und haben Spass beim anschliessenden
gemeinsamen Zähneputzen.

Jasmin Egli

Projektleiterin

Für weitere Informationen zum allgemeinen Stand der Situation in Guatemala konsultieren
Sie: www.guatemalanetz-zuerich.ch/info_bulletin.html

 

Gesundheit
Auch im Gesundheitsbereich war im vergangenen Monat so einiges los. Gabriela Elías, unsere neue Mitarbeiterin
und Zuständige für den Bereich Gesundheit, hat die wöchentliche Körperpflege unseres Tetraplegikers, Marcos G,
mit Physio- und Atemtherapie-Übungen ergänzt. Dies mit dem Ziel, dass sich Marcos G.‘s Wohlbefinden und Allgemein-
zustand zu verbessern. Zudem hat er der erste Kurs seines Theologie-Studiums mit einer hervorragenden Bestnote von
5.5 erfolgreich bestanden. Ende Februar begann die erste Gesundheitstagung, bei welcher alle Frauen zur jährlichen
gynäkologischen Vor- und Nachsorgekontrolle eingeladen wurden. Dank den guten Verbindungen und Kontakten zu den
lokalen Kliniken und Ärzten konnte Gabriela einen sehr guten Konsultationspauschale aushandeln, bei dem wir als NEX
von knapp 50% Reduktion profitieren. Im März ist die erste Gesundheitskampagne mit den Kindern und Jugendlichen
vorgesehen.

Gabriela Elias, Verantwortliche Bereich Gesundheit

 

Landwirtschaftsprojekt Las Luchadores

Ziegenprojekt

Am 20.1. sind zwei Zicklein auf die Welt gekommen und die ganze Ziegenfamilie ist wohlauf. Wir können ab
dem 15.3. beginnen, Ziegenmilch zu verkaufen.

Hühner
90% der Hühner legen Eier und wir können täglich durchschnittlich 375 Eier verkaufen. Wir können den
Umsatz gut einsetzen und haben können positiv in die Zukunft schauen.

Vermikompost
Die Kompostkisten sind trotz der Kälte und der Trockenheit in Gebrauch undes können für den eigenen
Nutzen oder auch für den Verkauf vom Biodünger gebraucht werden. Dies ist sehr wichtig, damit die Familien
den organischen Gemüseanbau bewusster umsetzen können.

Gemüsekultur
Im April bekommen die Familien in der Emboscada und Cantel Samen und Setzlinge, um ihre Hausgärten
anzupflanzen. Im Projektgarten in Quetzaltenango wird der Boden prepariert, damit die Familien aus Xela, die
kein Land besitzen ihre Beete anpflanzen können.

Enrique Gutierrez