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Aktuelles aus Guatemala

Oktober 2020

Das guatemaltekische Schuljahr neigt sich allmählich dem Ende zu, welches aufgrund
der Corona-Pandemie auf Ende November verschoben wurde. Das Bildungsministerium
hat Ende August beschlossen auf die Abschlussprüfungen an den Fachmittelschulen zu
verzichten. Die Berechnung der Abschlussnoten soll sich an den Leistungen der einzelnen
Fächern sowie der Einreichung sämtlicher Abschlussarbeiten im letzten Ausbildungsjahr
stützen. Obwohl die Finanzkommission des Kongresses dem Bildungsdepartement für das
kommende Jahr 2021 ein Stützpaket von knapp CHF 220 Mio. zugesprochen hat, herrscht
immer noch Unklarheit über den weiteren Verlauf des neuen Schuljahres 2021. Während
Privatschulen weiterhin auf Fernunterricht setzen, sind die öffentlichen Schulen aufgrund
fehlender finanziellen Ressourcen auf sich selbst gestellt. Unter anderem wird ein
alternierender Unterricht, bei dem die Schüler*innen während einzelner Tage in Kleingruppen
am herkömmlichen Unterricht teilnehmen und den Stoff mittels Hausaufgaben Zuhause
aufarbeiten/festigen, wird diskutiert.

Auch bei Niños en Xela befinden wir uns mitten im Schlussspurt des laufenden Schuljahres.
Die urbanen Mikro-Busse haben ihren Fahrdienst seit einigen Wochen wieder aufgenommen
und sorgen somit dafür, dass unsere Projektkinder aus und um Xela herum, wieder in das
Nachhilfezentrum kommen können. Auch in La Emboscada wurde der Projekt-Unterricht
und die Hausaufgabenhilfe wieder aufgenommen. Unser Lehrerteam unterstützt die knapp
80 Kinder und Jugendlichen bei den obligatorisch einzureichenden Hausaufgaben, die in allen
Fächern als Abschlussarbeit gilt. Sie entscheidet darüber, ob das jeweilige Fach als «bestanden»
gilt oder nicht. Einigen fällt es schwer, sich nun nach monatelangem Zurücklehnen gegen den
Schluss nochmals aufzuraffen und brauchen daher auch etwas Anstoss und Unterstützung
seitens NEX. Trotzdem rechnen wir damit, dass die Mehrheit der Projektkinder- und Jugendlichen
es schaffen wird, das Jahr zu bestehen, auch wenn dies nicht unbedingt mit einem Lernerfolg
einhergeht.

Von den Beschlüssen des Bildungsministeriums bezüglich Verzicht auf Abschlussprüfung an
Fachmittelschulen sind bei NEX zwei Absolventinnen betroffen. Die beiden jungen Damen
gelten als sehr engagiert, klug und pflichtbewusst, weshalb wir damit rechnen dürfen, dass
sie ihre Abschlüsse trotz der Pandemie erfolgreich erwerben werden.

Wie es im 2021 weitergeht und welche Änderungen auf uns zukommen steht momentan noch
in den Sternen, wir diskutieren aber bereits mögliche Szenarien und Handlungsspielräume.

Jasmin Egli

Co-Projektleiterin

Für weitere Informationen zum allgemeinen Stand der Situation in Guatemala konsultieren
Sie: www.guatemalanetz-zuerich.ch/info_bulletin.html

Landwirtschaftsprojekt Las Luchadores

Pilzkultivierung
Wir konnten fast 3 Kg Pilze ernten und in verschiedenen Läden verkaufen.
Es wurden bereits wieder einige Pilzkulturen angesetzt. An diesem Projekt beteiligten sich
vier Frauen.

Ziegenprojekt
Wir warten immer noch auf den Zuwachs der Ziegen, bald werden wir sehen,
wieviele Zicklein es geben wird. An diesem Projekt arbeiten drei Frauen mit.

Hühner
Am 15.Oktober wurde der Hühnerstall gesäubert und die restlichen Installationen gerichtet,
damit alle Fress- und Trinkmöglichkeiten vorhanden sind. Einige wenige Frauen zogen sich
aus den verschiedensten Gründen von diesem Projekt zurück. Immer zwei Frauen pro Tag
werden die Hühner versorgen und die Eier verkaufen. Wir hatten nochmals eine
Reorganisation mit den Frauen.

Der Spender Lucas Díaz hat den Frauen des Vereines Las Luchadoras 445 Hühner und
15 100 Kg Säcke gesponsert. In ein paar Tagen werden die Hühner Eier legen. Es wurde
nochmals genaustens mit dem Agronomen Lucas Díaz folgende Punkte besprochen

  • Hygiene
  • Hühnerhaltung für eine gute Eierproduktion
  • Buissnessplan
  • Nahrungsmenge
  • Kommerzialisierung
  • Legalisierung des Vereines mit dem Vorstand der Frauen
  • 50%-Anstellung der ehemaligen NEX-Stipediantin Magali als Buchhalterin

Wir freuen uns sehr, dieses Projekt realisieren zu können. Der SIM-Kurs der Uni St.Gallen
finanzierte den Hühnerstall. Herzlichen Dank an die Studenten und an Lucas Díaz für die
grosszügige Spende.

Vermikompost
Momentan brauchen wir den Biodünger für die eigenen Hausgärten der Projektfamilien.

Gemüsekultur
Der Acker wurde nochmals in der Regenzeit für das Anpflanzen von 100 Salaten und
100 Selleries zubereitet. Um eine regelmässige Ernte zu erzielen, pflanzt man Beet für
Beet an. Auch im Projektgarten in Quetzaltenango wurde Gemüse in kleinerer Menge
geerntet. Dieses Gemüse wurde bedürftigen Familien abgegeben.

 

 

Magdalena Cortez und Enrique Gutierrez