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Aktuelles aus Guatemala

August 2020

Obwohl der Höhepunkt der Corona-Krise in Guatemala Mitte Juli als erreicht gilt, überschlagen sich die
politischen Ereignisse. Der ausgerufene Ausnahme- und Belagerungszustand im Nordosten des Landes
sorgt für Furore, denn die hohe Militär
– und Polizeipräsenz, das Versammlungs- und
Demonstrationsverbot, Hausdurchsuchungen und Festnahmen ohne richterliche Anordnung erinnern
stark an den Bürgerkrieg (1960 – 1996). Zudem sieht sich das Land vermehrt mit der Deportierung von
Kindern und Jugendlichen aus den USA konfrontiert. Nachdem Trump im März den Schutz vor
Deportation für Minderjährige aufgehoben hatte, wurden seit April insgesamt 379 Kinder nach Guatemala
abgeschoben. Davon knapp 180 Kinder allein im Juli. Die Kapazitätsgrenze der Heime ist erreicht, denn
vielen drohe bei einer Rückkehr in ihre Familien Verbannung, häusliche Gewalt oder Bandenkriminalität.

Im Zuge der schrittweisen Lockerung einzelner Restriktionen und der Wiederöffnung des Landes, können
auch wir von Niños en Xela bestimmte Projektaktivitäten wieder aufnehmen. So konnten wir im Juli endlich
unsere neue Oficina in La Emboscada beziehen. Gemeinsam mit unserem Maya-Mam Lehrer Melvyn
Hernñandez halfen einige Projektkinder beim Streichen der Wände und beim Einrichten der Oficina, die als
lokales Hausaufgaben- und Nachhilfe Zentrum in La Emboscada dienen wird.

In den meisten Fällen lassen die Wohnbedingungen unserer Projektfamilien auf Grund der hohen Lärmbelastung,
mangelnder Hygiene, erschwerter Lichtverhältnisse und Nichtvorhandensein nützlicher Möbel keine fördernde
Lernatmosphäre zu. Deshalb empfangen wir für den Nachhilfeunterricht die Projektkinder lieber in dem ihnen
zugeteilten Nachhilfezentrum in La Emboscada oder Xela – je nach Wohnort.

Im Normalfall ist das Zentrum in La Emboscada und Xela jeweils während zwei Tagen ganztägig geöffnet.
Da allerdings weiterhin social distancing gilt, haben wir den Stundenplan für Nach- und Aufgabenhilfe von sieben
auf vier Stunden pro Tag reduziert und die Anzahl sich aufzuhaltender SchülerInnen auf fünf beschränkt.

Auch im Projekthaus in Xela erteilen unsere Projektlehrer denjenigen Schülerinnen, die zu Fuss oder mit dem
Fahrrad das Nachhilfezentrum erreichen können, wieder beinahe täglich Unterricht.

Jasmin Egli
Co-Projektleiterin

Für weitere Informationen zum allgemeinen Stand der Situation in Guatemala konsultieren
Sie: www.guatemalanetz-zuerich.ch/info_bulletin.html

Landwirtschaftsprojekt Las Luchadores

Pilzkultivierung: Anfangs August wurden fünf Kilogramm geschälte Maiskolben erneut eingesetzt. An diesem
Teilprojekt sind momentan vier Frauen beteiligt. Mehr sind wegen den Corona-Richtlinien nicht erlaubt. Bis wir
dafür geeignete Räumlichkeiten gefunden haben, wird ein Zimmer im neuen büro in der Emboscada dazu benutzt.

Ziegenprojekt: Die drei Ziegen und das Junge wurden nun zusammengeführt und durch einen Ziegenbock gedeckt.
Es wird jetzt evaluiert. Wenn die Herde vergrössert werden kann, wird das Ziegenprojekt fortgeführt und sont stellen
wir das Projekt ein.

Gemüsekultur: DLeider hat es dieses Jahr wenig geregnet und es ist verboten, die Felder zu bewässern. Aber wir konnten
doch schon einiges Gemüse verkaufen. Im Projektgarten wird fleissig angepflanzt und geernet. Dieses Gemüse wird den
Projektfamilien, die keinen eigenen Hausgarten haben und unter der enormen wirtschaftlichen Coronakrise leiden, geschenkt.

Vermikompost: Wir konnten den Kontakt mit dem Landwirtschaftsministerium MAGA (Ministerio agricola de Guatemala)
herstellen. Der zuständige Agronom wars dehr beeindruckt vom Biodünger und wir konnten vereinbaren, dass sie regelmässig
von "Las Luchadores" diesen Dünger abkaufen werden.

Enrique Gutierrez und Magdalena Cortez